Einer der größten Ausbau-Bedrohungen für Donau, Oder und Elbe ist die immer wieder aufkommende Idee eines Donau-Oder-Elbe-Kanals (DOEK). Die Idee für einen solchen Kanal gibt es schon seit mehr als 300 Jahren. Seit die Europäische Kommission 1994 in seine Planung für ein europäisches Infrastrukturnetz, auch Transeuropäisches Netzwerk oder kurz TEN genannt, die Idee einer Verbindung zwischen diesen Flüssen mit aufnahm, wird über den D-O-E-Kanal wieder verstärkt gesprochen. Mit dem Ausbau soll eine Zunahme des Güterverkehrs per Schiff erreicht werden. An beiden Seiten der Oder befindet sich allerdings schon ein Eisenbahnnetz, das mit geringerem finanziellen Aufwand erneuert und ausgebaut werden könnte. Ohnehin nimmt die Schifffahrt auf die Oder seit der Wende eher ab als zu.
Der Bau des D-O-E-Kanals würde sämtliche NATURA-2000-Gebiete zerstören. Zudem stehen die Ausbaupläne im Widerspruch zu den Zielen der Wasserrahmenrichtlinie der EU.
Anschluß ans Meer für Tschechien und Österreich ?
Vor allem in Tschechien und Österreich gibt es einige Lobby-Organisationen die sich stark für einen Donau-Oder-Elbe-Kanal einsetzen. Diese Länder würden dadurch einen Anschluß ans Meer be-kommen. Zudem droht Gefahr dadurch, dass die EU in den nächsten Jahren verstärkt den Ausbau von Wasserstraßen befürworten wird, nach dem Motto „Weg von Straßenausbau - Richtung Wasserstraßen“. Ein D-O-E-Kanal würde mehrere Milliarden Euro kosten. 490 Meter Höhenunter-schied müssten überbrückt werden. Es sind technische Leistungen gefordert, die einmalig wären. Schiffshebewerke in Höhen, die noch nie gebaut wurden, müssten hergestellt werden.
Das Netzwerk „Life for the Danuba-Oder-Elbe“
Am 23. April 2003 organisierten das Aktionsbündnis „Zeit für die Oder“ und tschechische Umweltverbände in Olomouc (Tschechien) eine internationale Konferenz zum Thema Donau-Oder-Elbe-Kanal. Über 100 Personen beteiligten sich an der Konferenz, darunter der tschechische Umweltminister Ambroziak, der eine Kommission zur D-O-E Thematik gründete, die Fragen zur Umweltverträglichkeit des Kanals bearbeiten sollte. Die Kommission wurde mit auch mit Vertretern mehrerer NGOs besetzt.
Während der Konferenz gründeten die Umwelt-verbände das informelle Netzwerk: „Life for the Danube-Odra-Elbe“. Die Koordination des Netzwerkes wird vom BUND Berlin übernommen.