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Die Elbe – eine Ausnahmeerscheinung unter den Flüssen

Durch ihre abgeschiedene Lage an der ehemaligen innerdeutschen Grenze blieb an der Elbe eine einzigartige Naturlandschaft erhalten. Seit der Wende hat sie sich von einem der dreckigsten Flüsse Europas zu einer wahren Perle entwickelt. So ist die Elbe neben der Oder der letzte noch freifliessende und weitgehend naturnahe Strom in Deutschland, umgeben von fast unverbauten Flussauen und den größten, noch erhaltenen Auenwäldern ganz Mitteleuropas. Über 1000 Tierarten und mehrere tausend Pflanzenarten finden sich hier. Nach der Wende entstand ein beispielloses Netzwerk von Schutzgebieten - u.a. der Nationalpark Sächsische Schweiz und das UNESCO-Biosphärenreservat „Flusslandschaft Elbe“, das größte Schutzgebiet in Deutschland überhaupt.

Doch die Idylle ist bedroht: Seit 1992 finden an der mittleren Elbe intensive Unterhaltungsmaßnahmen statt. 2005 schrieb die Regierung dann ihr Ziel fest, die Binnenschifffahrt zu fördern und die Flüsse auszubauen. Dafür sollen an der Elbe verstärkt Unterhaltungsmaßnahmen durchgeführt werden, um eine ganzjährige Fahrwassertiefe von 1,60 m realisieren zu können. Dadurch werden wertvolle Lebensräume zerstört, Brutplätze und Standorte seltener Tier- und Pflanzenarten vernichtet.
Die Elbe war aber, was die Wasserführung betrifft, schon immer ein launischer Fluss. Typisch für die Elbe sind lang anhaltende Niedrigwasserperioden, winterliche Eisbildung und ein leicht erodierbares Flussbett. Zudem bestätigen Klimaforscher, dass der Fluss in Zukunft noch öfter lange Niedrigwasserperioden aufweisen werde.

 

Als Wasserstraße ist die Elbe eine Niete - aber als Fluss erstklassig!

Immer mehr Touristen besuchen die Elbe. Die kulturellen Highlights entlang des Flusses wie die Lutherstadt Wittenberg, Meißen oder das Bauhaus in Dessau in Verbindung mit den Schönheiten der Auenlandschaft begeistern die Besucher. Im Biosphärenreservat „Flusslandschaft Mittlere Elbe“ können z.B. Biber beobachtet werden. Der Elbe-Radweg von der tschechischen Grenze bis zur Elbmündung bei Cuxhaven gehört zu den beliebtesten Rad-Fernwegen in ganz Deutschland.
Der naturnahe und ökologische Tourismus könnte sich zum Wirtschaftsmotor für die Elb-Region entwickeln. Aber um diese Potentiale wirklich auszuschöpfen, muss Einiges getan werden. Das Flussbüro des BUND setzt sich dafür ein, dass die Elbe ein rundum „Lebendiger Fluss“ wird.


Weitere Infos:

Die Naturlandschaft der Elbe

Schifffahrt und Ausbau

Hochwasserschutz

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