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Hochwasserschutz an der Elbe

Mit Hochwasser leben die Menschen an der Elbe schon immer. Nahezu regelmäßig tritt der Fluss, meist im Frühjahr, über seine Ufer. Rund 30% des Elbeinzugsgebietes liegen in den deutschen und tschechischen Mittelgebirgen. Die dortige Schneeschmelze lässt daher den Fluss besonders im Frühjahr anschwellen. Das Hochwasser vom April 2006 ist ein Beispiel dafür.

Seltener, aber nicht weniger dramatisch, treten auch immer wieder Sommerhochwasser an der Elbe auf. Starke Regenfälle besonders im Gebiet des Erzgebirges lassen kleine zuführende Flüsse zu reißenden Strömen werden. So geschehen im Sommer 2002, als eine verheerende Überschwemmung allein in Deutschland 21 Menschenleben kostete.

Diese zwei schweren „Jahrhunderthochwasser“ in dem kurzen Zeitraum von knapp vier Jahren haben das Problem Hochwasserschutz eindringlich ins Bewusstsein gerufen.

Ursachen für Hochwasser an der Elbe

Hochwasser werden einerseits durch natürliche Faktoren hervorgerufen. So ging der Elbe-Flut im Sommer 2002 ein extremes Tiefdruckgebiet voraus. In 48 Stunden fiel zum Teil das Drei- bis Vierfache der sonstigen Niederschlagsmengen im August. Andererseits sind auch die Hochwasser an der Elbe durch Eingriffe des Menschen erheblich verschärft worden. Durch Eindeichungen wurde die Elbe von annähernd 86 Prozent ihrer ursprünglichen Überschwemmungsgebiete abgeschnitten.

Umdenken nach der Flut?

Das Hochwasser 2002 schien ein Umdenken bei Politikern zu bewirken. „Den Flüssen mehr Raum geben“ wurde zur Hauptparole. Im September 2002 wurde auf der nationalen Flusskonferenz ein „5-Punkte-Programm zum Hochwasserschutz“ verabschiedet. Es enthält Arbeitsschritte zur Verbesserung des Hochwasserschutzes, zum Beispiel durch die Rück- und Neugewinnung natürlicher Überschwemmungsflächen und den Verzicht auf neue Siedlungs- und Gewerbeflächen in Überschwemmungsgebieten.

Bereits im Oktober 2003 listete die Internationale Kommission zum Schutz der Elbe (IKSE) 15 potentielle Standorte für Deichrückverlegungen entlang des Flusses auf.
Die meisten geplanten Deichrückverlegungen stecken jedoch bis heute in der Planung fest. Nur drei Projekte wurden bzw. werden umgesetzt. Am Standort Oberluch bei Roßlau wurden 140 Hektar neuer Überschwemmungsfläche geschaffen. Am Lödderitzer Forst unterhalb von Aken (ebenfalls in Sachsen-Anhalt) sollen die Bauarbeiten 2008 beginnen: 590 Hektar Überflutungsaue sollen hier neu entstehen. Die Arbeiten im brandenburgischen Lenzen stehen bereits kurz vor ihrer Fertigstellung. Hier entstehen 425 Hektar neuer naturnaher Retentionsfläche - Insgesamt zu wenig. Die meisten anderen Projekte stecken noch in den Kinderschuhen. Die Deichrückverlegung bei Rühstädt in Brandenburg ist ganz auf Eis gelegt worden.

siehe auch:

das Fünf-Punkte-programm zum Hochwasserschutz unter www.bmu.de/gewaesserschutz/doc/3114.php

Die Deichrückverlegung bei Lentzen unter www.burg-lenzen.de/burg_lenzen/deichrueckverlegung/index.html


Länderübergreifendes Konzept statt Deich-Wettrüsten

Die meisten Elb-Anrainer setzen nach wie vor auf das Deich-Wettrüsten. So verkündete Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Dietmar Woidke nach dem Frühjahrshochwasser 2006, nun müssten so schnell wie möglich die Deiche verstärkt werden. Es fehlt ein länderübergreifendes Gesamtkonzept. Jedes Bundesland ist sich selbst der Nächste und baut an den eigenen Deichen. Im Katastrophenfall werden so die Hochwasserwellen einfach an die Unterlieger des Flusses weitergetragen. Orte wie Hitzacker und Lauenburg sind dann die Leidtragenden. Das hat die Flut 2006 bereits gezeigt: die Deiche in Sachsen und Brandenburg hielten, die Hochwasserwelle wurde kaum abgeschwächt und gelangte mit voller Kraft nach Niedersachsen.








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