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Von einer stinkenden Brühe zur Perle - Naturlandschaft und Besonderheiten der Elbe

In einer Höhe von 1390 m vereinigen sich zahlreiche Quellbäche im tschechischen Riesengebirge zur Elbe. Nach 364 km verlässt der Fluss  Tschechien mit dem Durchbruch durch das Elbsandsteingebirge. Über Dresden, Dessau, Magdeburg, Wittenberg und Hamburg erreicht sie schließlich bei Cuxhaven die Nordsee.
Die 1091 km lange Elbe weist eines der größten Fluss-Einzugsgebiete Mittel – Europas auf. Ab der Staustufe Geesthacht gelangt der Fluss in den Einflussbereich der Nordseegezeiten, der sogenannten Tide. Deshalb wird der Fluss ab Hamburg auch Tideelbe genannt. Hier hat der Fluss bereits eine Breite von 500 m und weitet sich schließlich in der 110 km langen Trichtermündung in die Nordsee bis auf 15 km Breite.

Frei aber schmutzig

Auf tschechischem Gebiet ist die Elbe mit 22 Staustufen verbaut, verläuft dann aber bis zum Wehr in Geesthacht als weit gehend frei fließender Fluss. Besonders ihrer Lage im Schatten der innerdeutschen Grenze hat sie das zu verdanken. Die DDR hatte an einem Ausbau kein besonderes Interesse. Es gab zwar Pläne für eine Stauregulierung, aber die Umsetzung scheiterte letztlich aus Geldmangel.

Bei anderen Dingen hatte der Fluss nicht so viel Glück. Im Einzugsgebiet der Elbe lag eines der größten Industrie-Ballungszentren der DDR – der Großraum Halle-Leipzig. Die Folge waren direkte Einleitungen aus der Zellstoff-, Arzneimittel-, Chemie-, Metall- und Textilindustrie. So war die Elbe extrem stark mit Schwermetallen, Chlorverbindungen sowie Phosphat und Stickstoff belastet. Es ist erstaunlich, wie sich die Elbe seit 1990 davon erholt hat. Heute beeinträchtigen besonders Nährstoff- und Pestizideinträge aus der Landwirtschaft, aber auch Altlasten ehemaliger Chemiefabriken in Tschechien und Deutschland noch immer die Wasserqualität.

 

Artenvielfalt an der Elbe

Durch ihre Lage an der innerdeutschen Grenze konnte sich eine einmalige Naturlandschaft erhalten. So konnte z. B. der Elbe-Biber an der mittleren Elbe wie auf einer Arche überleben. 1.050 Pflanzenarten und mehrere tausend Tierarten wurden in und an der Elbe nachgewiesen. Entsprechend entstand dort nach der Wende ein Netzwerk von Schutzgebieten wie an keinem anderen Fluss. Hier gibt es 33 Naturschutzgebiete, 29 Landschaftsschutzgebiete, den Nationalpark „Sächsische Schweiz“ und mit dem UNESCO-Biosphärenreservat „Flusslandschaft Elbe“, das größte Schutzgebiet in Deutschland überhaupt. Im Westen Deutschlands wäre dies aufgrund der intensiven Nutzung der Flüsse und Auen durch Verkehr, Industrie und Siedlungen kaum noch möglich gewesen. Auch die Verbesserung der Wasserqualität hat seit 1990 wesentlich zur Erhöhung der Artenvielfalt beigetragen. So sind bereits die ersten Lachse in die Elbe und ihre Nebenflüsse zurückgekehrt.

Die Tide-Elbe - ein besonderer Lebensraum

An der unteren Elbe ab Geesthacht bestimmt der Einfluss der Gezeiten den Flusslauf. Zweimal täglich flutet Nordseewasser flussauf, staut das Flusswasser und ebbt danach wieder ab. Dadurch entstehen in Buchten, die im Gezeitenzyklus überflutet werden und wieder trocken fallen, besondere Lebensräume: die Süßwasserwatte. Diese entziehen sich fast vollständig der menschlichen Nutzung und bilden ganz besondere Biotope, die unter anderem seltenen Muschelarten einen Lebensraum bieten. Auch als Laichplatz für die Elbfische und als Rastplätze zahlreicher Zugvoglelarten haben die Süßwasserwatte eine hohe Bedeutung. Ein Beispiel ist das Mühlenberger Loch bei Hamburg, welches durch den Bau eines Airbus-Werkes zu etwa ein Drittel zugeschüttet und so zerstört worden ist.

siehe auch: Ausbau der Tide-Elbe

Naturparadies mittlere Elbe

Daneben bilden besonders die Elbauen einzigartige Naturräume. Im Biosphärenreservat „Flusslandschaft Mittlere Elbe“ findet sich der größte zusammenhängende Auenwaldkomplex Mitteleuropas. Auen sind dem ständigen Wechsel durch Hoch- und Niedrigwasser untwerworfen. Die Pflanzen und Tiere haben sich diesen Bedingungen angepasst. Über 1000 verschiedene Pflanzen- und über 40 verschiedene Tierarten finden sich in den Auen der mittleren Elbe, darunter zahlreiche gefährdete Arten wie Fischotter, Elbe-Biber, Kammmolch, Schwarzstorch, Seeadler, Fischadler, Roter und Schwarzer Milan um nur einige zu nennen.

siehe auch: www.biosphaerenreservatMittlereElbe.de









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