Das Transportaufkommen auf der Elbe ist in den letzten Jahren drastisch zurückgegangen, ein nennenswerter Transport von Containern auf der Elbe findet nicht statt. Dieser wird zwischen Tschechien und Hamburg entweder per Bahn oder per LKW abgewickelt. Der Anteil der Elbe an den deutschen Binnenschifftransporten beträgt weniger als 1%.
Immer wieder betonen die Ausbaubefürworter deshalb den wirtschaftlichen Nutzen der Baumaßnahmen: auf der ausgebauten Elbe würde die Binnenschifffahrt endlich florieren und die Ausbaukosten sich dadurch amortisieren. Ein Trugschluss! Gleich mehrere Gründe sprechen dagegen:
• Alternativen vorhanden
Mit dem Elbe-Seiten-Kanal und dem Mittellandkanal ist bereits eine leistungsfähige Alternativroute für die Strecke Magdeburg bis Lauenburg vorhanden. Daneben verfügt die Bahn über genügend Kapazitäten, um das prognostizierte Transportaufkommen der Elbe auf der Schiene zu befördern.
• Kosten höher als Nutzen
Die Kosten der Maßnahmen übersteigen den geringen wirtschaftlichen Nutzen bei Weitem. Das haben die bisherigen Erfahrungen deutlich gezeigt: Trotz dem bereits erfolgten Ausbau nimmt die Binnenschifffahrt auf der Elbe ab. Auch die Erfahrungen in Westdeutschland bestätigen diesen Trend: trotz massiven Ausbaus der westdeutschen Flüsse fand auch hier keine Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf das Wasser statt. Einzig auf dem Rhein zwischen Straßburg und den Häfen an der Rheinmündung boomt die Binnenschifffahrt.
• Verkehrsprognosen längst überholt
Offiziell werden die Strombaumaßnahmen als hoch wirtschaftlich eingestuft. Diesen Berechnungen wurden Gütertransporte von über 12 Mio. Tonnen im Jahr zugrunde gelegt. Die Realität entfernt sich aber immer mehr von diesen Prognosen. Derzeit erfolgt ein drastischer Rückgang des Transportaufkommens auf der Elbe (in Magdeburg von 1,8 Mio. t (1998) auf 0,8 Mio. t (2004) und am Grenzübergang Schmilka von 1,4 Mio. t (1998) auf 0,4 Mio. t (2004).
Eine neue Studie des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) kommt in einer Untersuchung der Wirtschaftlichkeit von Baumaßnahmen an Elbe und Saale zu dem Schluss, dass sich die Elbschifffahrt aufgrund des Klimawandels immer weniger rechne. Damit würden Maßnahmen zur Elbvertiefung und der Bau eines Saale-Elbe-Kanals unsinnig. Bereits heute macht die Binnenschifffahrt nur noch sechs Prozent des Güterverkehrs in Deutschland aus, diese findet vorrangig auf dem Rhein statt.
Die Studie des IÖW als PDF-Download (2,7 MB)
siehe auch:
Die Geschichte des Elbausbaus
Niedrigwasser auf der Elbe
