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Die Unterhaltungsmaßnahmen und ihre Folgen

Vernichtung wertvoller Lebensräume

Durch die Abbaggerungen und den massenhaften Verbau von Schottersteinen an den Flussufern werden wertvolle Lebensräume und Brutplätze für viele, teilweise stark bedrohte Arten wie Flussregenpfeiffer und Flussseeschwalbe zerstört. Auch Biberbauten, Uferschwalbenbrutkolonien und Eisvogelbruthöhlen verschwinden, wenn Abbruchufer befestigt werden.

Große Bereiche der mittleren Elbe sind zudem Bestandteil des europaweiten Schutzgebiets Natura 2000. Die Ausbaumaßnahmen würden hier massive Beschädigung von Flächen bedeuten, denen die EU nach der Flora-Fauna-Habitat- Richtlinie einen besonderen Schutzstatus zuerkannt hat. Die großräumige Erhaltung dieser letzten noch relativ naturnahen Flußauen ist also auch eine internationale Verpflichtung.


Austrocknung der Flussauen

Typisch für die Elbe sind lang anhaltende Niedrigwasserperioden, winterliche Eisbildung und ein leicht erodierbares Flussbett. Durch die Einschnürung des Flusses durch Buhnen und Deckwerken tieft sich dieses Sandbett immer weiter ein - dadurch sinkt der Grundwasserspiegel und die davon abhängigen Auenökosysteme trocknen aus. Im „Dessau-Wörlitzer Gartenteich“, das seit 2000 Welterbe der UNESCO ist, käme es zum Absterben der alten Bäume. Auch die Landwirtschaft müsste durch die fehlende Feuchtigkeit mit verminderter Bodenfruchtbarkeit rechnen.

siehe auch: Die Elbe und das Problem „Erosion“


Verarmung der Fischfauna

Das Ausbaggern der Elbe würde sich auch auf die Fischfauna erheblich auswirken. Durch den Verbau der Ufer werden deren Brutplätze zerstört, durch die Eintiefung des Flussbetts und die damit verbundene Vernichtung der Sand- und Kiesbänke gehen wertvolle Lebensräume für Fische verloren. Die Folge: Die Fischfauna verarmt, nur noch wenige Arten können sich in einem solchen monotonen, geringwertigen Lebensraum behaupten.


Häufigere Hochwasser-Katastrophen

Mit Hochwasser leben die Menschen an der Elbe schon immer. Nahezu regelmäßig tritt der Fluss, meist im Frühjahr, über seine Ufer. Andererseits sind auch die Hochwasser an der Elbe durch Eingriffe des Menschen erheblich verschärft worden. Durch den Verlust wertvoller Überschwemmungsflächen wird in Zukunft mit mehr und stärkerem Hochwasser zu rechnen sein.

siehe auch : Hochwasserschutz an der Elbe


Einsatz giftiger Schottersteine

Zwischen Wittenberge und Hitzacker wurden vor kurzem bei Steinschüttungen schwermetallhaltige Schlackesteine verwendet. Diese sind ein Abfallprodukt aus der Kupferverhüttung, deren Einsatz im Biosphärenreservat „Mittelelbe“ wegen möglicher giftiger Wirkungen bislang untersagt war. Unter normalen Umständen müssten sie als Sondermüll deponiert werden. Es kommt zu Schwermetall- und Arsenauslösungen; schädliche Wirkungen auf Mikroorganismen sind wahrscheinlich.









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