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Schifffahrt und Ausbau an der Havel

In der Vergangenheit wurde die Havel durch die Schifffahrt stark verändert: ihr lauf wurde vielerorts begradigt, die Ufer befestigt, Mühlen, Schleusen und wehre errichtet, Staustufen gebaut und Altarme abgetrennt. dabei wurde die Auen, die auch als natürliche Überschwemmungsflächen fungierten, stark reduziert und damit wertvolle Lebensräume für viele seltenene Tier- und Pflanzenarten vernichtet. Mit dem geplanten Ausbau der Unterern Havel-Wasserstraße im Rahmen des Großprojekts VDE17 droht dem Naturparadies Havel nun weitere Gefahr - mit fatalen Folgen.


Seit dem Bundesverkehrswegeplan von 1992 liegt der Beschluss vor im Rahmen der Verkehrsprojekte Deutsche Einheit (Aufbau Ost), die Wasserstraße auf der Strecke Wolfsburg-Magdeburg-Berlin auf 280 km für Großmotorgüterschiffe bis 110 Metern Länge („großes Rheinschiff“) und Großschubverbände bis 185 m Länge auszubauen. Dies unbeachtet der Tatsache, dass parallel zur Strecke sowohl eine sechsspurige Autobahn als auch drei nicht ausgelastete Schienenwege laufen.

Siehe auch: VDE 17 - was ist geplant?


Durch die Vertiefung der Havel von 3,10 m auf 4 m besteht die Gefahr, dass auf den angrenzenden Flächen der Grundwasserpegel abgesenkt würde. Dadurch fielen dann bis weit ins Land hineinreichende Feuchtbiotope, wie angrenzende Aubruchwälder, trocken und würden zerstört. Auch die Landwirtschaft müsste durch die fehlende Feuchtigkeit mit verminderter Bodenfruchtbarkeit rechnen.

Siehe auch: Die Folgen des Havelausbaus


Der Ausbau der Havel erfolgt nach einer Prognose von PLANCO von 1992. Die Zahlen, auf denen das Gutachten basiert, stammen aus der Vor-Wendezeit von 1989.
Mittlerweile sind jedoch erhebliche Veränderungen der grundlegenden Strukturdaten eingetreten. Seit Jahren fordert deshalb das Aktionsbündnis eine aktuelle Prüfung des Bedarfs und der Nutzen-Kosten-Verhältnisse auf der Basis aktueller Zahlen unter Einbeziehung der neuen Bewertungskriterien des Bundesverkehrswegeplanes.

Siehe auch: VDE 17 - der tatsächliche Bedarf


Der BUND fordert die Beendigung von Projekt 17, weil mit der Fertigstellung der fünf Großbaustellen Wasserstraßenkreuz Magdeburg, Elbe-Havel-Kanal, Silokanal in Brandenburg, Schleuse Charlottenburg und Westhafenkanal bereits eine enorme Leistungssteigerung für die Schifffahrt erreicht worden ist, die den zukünftigen Bedarf deckt und den Forderungen der Binnenschifffahrt nach einer Verbesserung der Fahrverhältnisse Rechnung getragen wurde.

Siehe auch: VDE 17 - Forderungen des BUND




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