Der Ausbau der Havel erfolgt nach einer Prognose von PLANCO von 1992. Die Zahlen, auf denen das Gutachten basiert, stammen aus der Vor-Wendezeit von 1989. Mittlerweile sind jedoch erhebliche Veränderungen der grundlegenden Strukturdaten eingetreten.
So ist die Schwerindustrie in den neuen Bundesländern zusammengebrochen, Die Lagerhaltung von Berlin aber noch mitberechnet worden, das Wirtschaftswachstum weit unter der Annahmen von 5,4% zurückgeblieben und es hat eine starke Veränderung der Güterstruktur stattgefunden. Die ökologischen Folgeschäden sind in keiner Weise von den Kosten her erfasst und in den Nutzen-Kosten-Berechnungen einbezogen worden. Das Binnenschiff ist in der Prognose dem LKW und der Bahn gleichgesetzt worden. Dies ist in sofern falsch, als die flächendeckende Versorgung durch die "Wasserstrassen" nicht gegeben ist.
Seit Jahren fordert deshalb das Aktionsbündnis eine aktuelle Prüfung des Bedarfs und der Nutzen-Kosten-Verhältnisse auf der Basis aktueller Zahlen unter Einbeziehung der neuen Bewertungskriterien des Bundesverkehrswegeplanes. Der Bedarf ist neu berechnet worden und liegt um über 70% unter dem Bedarf von 1992. Der BUND sieht sich anhand dieser Zahlen in seiner Kritik bestätigt.
siehe auch: Vergleich der Streckenabschnitte von P 17 - alte und neue PLANCO Studie