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Lebendige Bäche

Nicht nur unsere großen, oftmals für die Binnenschifffahrt ausgebauten Flüsse sind über weite Strecken unnatürlich, auch die vielen kleineren Flüsse und Bäche in Deutschland sind oft stark beeinträchtigt – als Abwasser- oder Entwässerungskanal genutzt, Ufer und Sohlen stark befestigt, die Biegungen oder gar Mäander begradigt, mit Wehren und anderen Bauwerken verbaut. So ging in den letzten Jahrzehnten der Lebensraum vieler seltener und schützenwerter Tier- und Pflanzenarten verloren. Der BUND setzt sich dafür ein, solche unnatürlich gewordenen Bachläufe zu renaturieren und wieder in ökologisch wertvolle Biotope zurückzuverwandeln. Einige Projekte stellen wir Ihnen hier vor.

Die Radolfzeller Aach

1988 brach ein Damm an der bis dahin mit Dämmen, Deichen und Wehren eingeschnürten Radolfzeller Aach – ein Mäander in einem Maisfeld entstand. Der BUND forderte daraufhin das zuständige Wasserwirtschaftsamt Konstanz auf, dem gesamten Bach wieder mehr Raum zu geben. So entstand eines der ersten Projekte zur Gewässer-Renaturierung in Baden-Württemberg.

Trotz anfänglicher massiver Proteste des Bauernverbands vergab das Regierungspräsidium Freiburg 1989 den Auftrag, ein „Wasserwirtschaftlich- Ökologisches Entwicklungskonzept“ zu erstellen. Seitdem wird der Bach Abschnitt für Abschnitt von der Quelle bis zur Mündung erfolgreich in ein wertvolles Biotop rückverwandelt: Seit Beginn der Renaturierung fanden sich 11 neue Arten von Wat- und Wasservögeln wie Bekassinen, Bruchwasserläufer und Waldwasserläufer ein, Biber siedelten sich wieder an Die Radolfzeller Aach wurde ein Modellprojekt für lebendige Flüsse in Europa und über den Global Nature Fund weltweit.

Der BUND Baden-Württemberg hat die Renaturierung über 16 Jahre lang begleitet.

Weitere Infos beim BUND-Landesverband Baden-Württemberg

 

Lebendige Prims

An der Prims, einem kleinen Nebenfluss der Saar, wurde 2005 das Modellprojekt „Lebendige Prims“ ins Leben gerufen. Bis zum Jahr 2009 soll hier die Wasserqualität verbessert und der Fluss in einen guten ökologischen und chemischen Zustand versetzt werden. Das Projekt gilt als Modell für eine vorbildhafte Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Deren interdiziplinärer Ansatz wird hier beispielhaft umgesetzt. Verwaltung, Wissenschaft und der BUND Saar arbeiten eng zusammen. Kooperationspartner sind das Ministerium für Umwelt des Saarlandes und der Lehrstuhl für Physikalische Geographie an der Universität des Saarlandes.Die Wahl fiel auf die Prims, da sie fast völlig im Saarland liegt und ein gutes Beispiel für die verschiedenen Erscheinungsformen von Mittelgebirgsgewässern bietet.

Weitere Infos beim BUND Saarland und unter www.lebendige-prims.de


Forelle 2010 – Die Renaturierung der Hamburger Wandse

Die Wandse, ein kleiner Stadtbach im Osten Hamburgs wurde vom BUND Hamburg in Zusammenarbeit mit aktiven Bachpaten, Schulen, einem örtlichen Angelverein und dem Bezirksamt renaturiert und die ökologische Funktion beispielhaft wiederhergestellt.

Das Projekt startete am Mai 2000 mit einer dreijährigen Bauphase, in der das Bachbett und das Ufer der Wandse naturnah umgestaltet und mit Geröll und Kies Laich- und Aufwuchsareale für Fische hergestellt wurden. Ein Großteil der vielen kleinen Wanderhindernisse wurde entfernt. Im Mittelpunkt stand dabei die Bachforelle, die als Lebensraum klare saubere Fließgewässer benötigt. Inzwischen haben sich schon mehrere Jahrgänge der ausgesetzten Forelleneier gesund entwickelt – ein Beweis für die mittlerweile gute Wasserqualität der Wandse.

Weitere Infos beim BUND Hamburg









Binnenschifffahrt auf lebendigen Flüssen

Der BUND lehnt einen weiteren Ausbau unserer Flüsse ab und fordert Renaturierungs- programme, um die in der Vergangenheit verursachten ökologischen Schäden zu korrigieren.

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