Im Sommer 1997 verwüstete ein schweres Hochwasser an der oder weite Teile der Region und bewirkte ein kurzfristiges Umdenken im Hochwasserschutz: Fünf Jahre danach wurden auf deutscher Seite entlang der Oder die ersten natürlichen Überflutungsflächen freigegeben. Die Internationale Kommission zum Schutz der Oder (IKSO) verabschiedete nach mehrjähriger Vorbereitung ein ökologisches, Hochwasseraktionsprogramm.
Im Jahr 2003 begannen die ersten Baumaßnahmen zur Deichrückverlegung in der Neuzeller Niederung, südlich von Frankfurt/Oder. Dort werden 600 Hektar Überflutungsfläche neu geschaffen.
Weiter große Bauprojekte geplant
Das Hochwasseraktionsprogramm der IKSO und die Gewinnung von natürlichen Überflutungsflächen durch Deichrückverlegung sind erste positive Schritte. Dennoch wird zum Schutz vor Hochwasser im Odereinzugsgebiet immer noch überwiegend auf Deicherhöhung gesetzt. Es wird weiterhin in Gebieten gebaut, in denen bei der Hochwasserkatastrophe 1997 das Wasser bis zum zweiten Stockwerk stand.
Polen setzt vor allem auf technischen Hochwasserschutz und propagiert weiterhin große Bauprojekte an der Oder. Der Bau von Staustufen und Speicherbecken soll zum einen dem Schutz vor Hochwasser dienen und zum anderen gleichzeitig die Befahrbarkeit der Oder für größere Schiffe gewährleisten. Dadurch werden einzigartige Auwälder und der Lebensraum für viele seltene Tier- und Pflanzenarten zerstört.
Siehe auch: Das "Programm für die Oder 2006"
Ökologischer Hochwasserschutz ?
Aus den Erfahrungen des Rheineinzugsgebietes und zuletzt auch an Oder, Elbe und Donau ist sehr deutlich geworden, dass Hochwasserschutz allein technisch nicht zu gewährleisten ist. Das alte Prinzip, Wasser möglichst schnell abfließen zu lassen, hat das Hochwasserproblem nur verstärkt.
Ökologischer Hochwasserschutz lässt den Flüssen dagegen Raum und hält das Wasser auf natürlichen Überflutungsflächen zurück. Der BUND und das internationale Aktionsbündnis "Zeit für die Oder" fordern einen ökologischen und vorsorgenden Hochwasserschutz. Auf der Fachtagung „Das Oderhochwasser- fünf Jahre nach der Katastrophe“ von 2002 wurden die Forderungen in der "Hochwasserdeklaration für die Oder" festgehalten.
Die „Hochwasserdeklaration für die Oder“ von 2002 als PDF-Download
Die Dokumentationsmappe der Fachtagung „Das Oderhochwasser- fünf Jahre nach der Katastrophe“ als PDF-Download (770 K)