Das Programm weist bei genauerer Betrachtung nicht miteinander vereinbare Widersprüche bei der Zielsetzung auf: Vor allem die Entwicklung der Binnenschifffahrt auf der Oder und deren energiewirtschaftliche Nutzung sind schwer mit dem offiziel angestrebten „Schutz der natürlichen Umwelt“ zu vereinigen. So bedroht z.B. der Bau der Staustufe in Malczyce die einzigartigen Auenwälder in der Gegend. Der unter dem Deckmantel des Hochwasserschutzprogramms „Odra 2006“ betriebene Ausbau für die Binnenschifffahrt steht damit im Widerspruch zur Wasserrahmenrichtlinie der EU, die den Schutz aller europäischen Gewässer vorschreibt, und dem europaweiten Natura 2000-Konzept.
Statt die Tatsache zu akzeptieren, dass die Oder sich nur sehr begrenzt für Schifffahrt eignet, wird versucht, die Oder zu regulieren. Dies wird der Natur entlang der Oder irreversibel schaden. Im „Programm für die Oder 2006“ wird das Ziel des Naturschutzes zwar erwähnt; es ist aber kaum im Budget des Programms berücksichtigt.
siehe auch:
Hochwasserschutz an der Oder
Die Wasserrahmenrichtlinie der EU