Der Wassermangel der Spree hängt maßgeblich mit der früheren Braunkohleförderung in der Lausitz zusammen. Zur Trockenlegung der riesigen Fördergruben wurde das Grundwasser abgepumpt und in die Spree geleitet, die dafür extra verbreitert und vertieft wurde.
Heute sind die meisten Tagebaue stillgelegt. Das Grundwasser wird nicht mehr abgepumpt, sondern füllt die Gruben allmählich wieder. Da der mit Schwefelsäure angereicherten Boden die so entstehenden Seen sauer wie Essig machen würde, werden die Löcher noch zusätzlich mit Spreewasser gefüllt. Die Spree hat also heute nicht nur weniger Wasser als früher, sondern muss von diesem auch noch abgeben.
Zudem gehört Berlin-Brandenburg trotz seiner vielen Gewässer zu den trockensten Regionen Deutschlands. Und Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung rechnen damit, dass es in den nächsten 50 Jahren bei steigenden Temperaturen und sinkenden Niederschlägen noch trockener wird.
Fatale Folgen für Mensch und Natur
Die Konsequenzen des Wassermangels sind schon heute zu spüren. Schlagzeilen von der „rückwärts fließenden Spree“ beherrschen in heißen Sommermonaten die Berliner Presse. Aus sächsischen Talsperren muss Berlin Wasser zukaufen, um die Trinkwasserversorgung sicherzustellen – einzigartig in Deutschland.
Der Wassermangel hat auch für die Natur des Flusses fatale Konsequenzen: hört der Fluss auf zu fließen, wächst die Anzahl von Algen und Bakterien. Dem Wasser wird Sauerstoff entzogen - Fische, Muscheln und Kleintiere drohen zu ersticken. Immer wieder kommt es zu auch für den Menschen nicht unbedenklichen Blaualgenblüten. Besonders die unbeweglichen Muscheln am Flussboden, für die Reinigung des Wassers unverzichtbar, werden unter einer Schlammschicht begraben werden. Früher typische Spreefische wie die Barbe oder die Quappe sind bereits heute extrem selten geworden.