Sie befinden sich hier:


Naturlandschaften und Besonderheiten der Spree

Die Müggelspree

Die Spree entspringt im Lausitzer Bergland aus drei Quellen und wird nach dem Verlassen des Berglands bei Bautzen zum typischen Flachlandfluss. Insgesamt überwindet sie von der Quelle bis zur Mündung rund 400 m Höhenunterschied. Ihr Einzugsgebiet ist 10.100 km2 groß und liegt in den Bundesländern Sachsen, Brandenburg und in Berlin. Nach 382 km mündet die Spree bei Berlin-Spandau in die Havel und verbindet damit das Oberlausitzer Bergland mit dem Elbe-Havel-System. Dabei fließt sie bedingt durch die geringen Höhenunterschiede sehr langsam.

Ein vom Tagebau geprägter Fluss

Vor allem der obere Lauf der Spree wurde in der Vergangenheit stark durch den Braunkohleabbau geprägt. Sie wurde vertieft und verbreitert, um die Wassermassen aufzunehmen, die aus den riesigen Gruben gepumpt wurden. Heute sind die Tagebaue stillgelegt – mit gravierendenn Folgen für den Wasserhaushalt der Spree: Das nun fehlende Wasser führt zu einer starken Verringerung der Fließgeschwindigkeit – der Spree geht buchstäblich das Wasser aus. Zwischen Cottbus und Berlin-Köpenick fließt sie nur noch mit 17 cm pro Sekunde, in Berlin sogar nur mit 9 cm pro Sekunde. An heißen Tagen fließt die Spree mitunter sogar rückwärts – mit verheerenden Folgen für den Sauerstoffgehalt und damit für viele Tier- und Pflanzenarten der Spree …

weitere Infos:
Der Wassermangel und seine Folgen

Das UNESCO-Biosphärenreservat Spreewald

Unterhalb von Cottbus findet sich eine Niederungs- und Auenlandschaft der besonderen Art: Der Spreewald. Hier teilt sich die Spree in ein dicht geflochtenes Netz von kleinen und größeren Wasserläufen, einst inmitten dichten Urwalds, heute umgeben von Wiesen, Mooren, Äckern und Wald. Dieses Labyrinth aus ca. 1.300 km Wasserläufen und über 300 Gewässern hat eine hohe Bedeutung für gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Hier gibt es noch stabile Populationen von Fischottern und Schwarzstörchen, die Peitzer Teiche bieten wertvolle Rast- und Brutplätze für seltene Wasservögel, Verlandungsbereiche beherbergen seltene Wasserpflanzengesellschaften. Dichte Bruch- und Auenwälder, Moore, Röhrichte, Feuchtwiesen und Trockenrasen bestimmen das Bild.
Über 1.600 Pflanzenarten gibt es im Spreewald, 585 davon stehen auf der Roten Liste für gefährdete Arten. Unter den zahlreichen Tierarten finden sich See- und Fischadler, Schwarz- und Weißstorch, Eisvogel, Wiedehopf, Kranich, Fischotter und Biber - alles Arten, die deutschland- und europaweit besonders geschützt sind. 1990 wurde der Spreewald zum UNESCO-Biosphärenreservat erklärt, 18 FFH-Gebiete liegen hier.

siehe auch:
Das UNESCO-Biosphärenreservat unter www.grossschutzgebiete.brandenburg.de/br_spree


Die Stadtspree – Abwasserkanal Berlins?

Im Berliner Stadtgebiet verkommt die Spree in weiten Teilen zum Abwasserkanal: das Ufer ist im Innenstadtbereich fast vollständig verbaut, hohe Spundwände und Betonmauern charakterisieren den kanalisierten Fluss.
Durch die extrem geringe Fließgeschwindigkeit hat die Stadtspree Probleme mit der Wasserqualität. An ihrer Mündung in die Havel besteht die Spree zu einem Viertel aus Einleitungswasser, von dem wiederum ¾ aus den (vorgeklärten) Abwässern der öffentlichen Klärwerke kommen (Quelle:UMWELTATLAS BERLIN).

Aufgrund fehlender moderner Abwasserentsorgungsmöglichkeiten (unterirdische Speicherbecken, Trennkanalisation) im Innenstadtbereich, kommt es zudem bei einem Starkregenereignis zum Überlaufen der Mischkanalisation. Dann fließt ungeklärtes Abwasser direkt in den Fluss. Bedingt durch diesen zusätzlichen Nährstoffeintrag kommt es im Sommer, besonders in den seenartigen Erweiterungen der Spree- und Havelgewässer, zu starker Algenbildung.









Verzicht auf Abbagerrung der Fluss- und Kanalufer von Havel und Spree

Das Bundesverkehrsministerium hat am 22.09.2009 verlauten lassen, dass auf eine Abbaggerung der Kanal- und Flussufer an Havel und Spree verzichtet werden soll.

... mehr





zur Suchfunktion Suche

Metanavigation: