Die Stadtspree – Abwasserkanal Berlins?
Im Berliner Stadtgebiet verkommt die Spree in weiten Teilen zum Abwasserkanal: das Ufer ist im Innenstadtbereich fast vollständig verbaut, hohe Spundwände und Betonmauern charakterisieren den kanalisierten Fluss.
Durch die extrem geringe Fließgeschwindigkeit hat die Stadtspree Probleme mit der Wasserqualität. An ihrer Mündung in die Havel besteht die Spree zu einem Viertel aus Einleitungswasser, von dem wiederum ¾ aus den (vorgeklärten) Abwässern der öffentlichen Klärwerke kommen (Quelle:UMWELTATLAS BERLIN).
Aufgrund fehlender moderner Abwasserentsorgungsmöglichkeiten (unterirdische Speicherbecken, Trennkanalisation) im Innenstadtbereich, kommt es zudem bei einem Starkregenereignis zum Überlaufen der Mischkanalisation. Dann fließt ungeklärtes Abwasser direkt in den Fluss. Bedingt durch diesen zusätzlichen Nährstoffeintrag kommt es im Sommer, besonders in den seenartigen Erweiterungen der Spree- und Havelgewässer, zu starker Algenbildung.