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Schifffahrt und Ausbau an der Spree

Auch an der Spree begann der Mensch bereits im Mittelalter in den Flusslauf einzugreifen: Wassermühlen und Wehre wurden gebaut, die Ufer befestigt. Um auch bei Niedrigwasser weiterhin Schifffahrt betreiben zu können, wurde der Fluss begradigt und vertieft. Allein im Spreewald gibt es heute mehr als 100 Stauanlagen. Schon 1702 fuhr das erste Fahrgastschiff die Spree entlang, der Handel über den Wasserweg blühte und trug maßgeblich zum Aufstieg Berlins zur Industriestadt bei.

VDE 17 - Ausbaupläne für die Spree

Mit dem Projekt 17 des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit“ von 1992 sollen die ostdeutschen Flüsse an den neuen westeuropäischen Standard für große Rheinschubverbände angepasst werden. Auch die Berliner Spree und die Havel sollten ausgebaut werden. Teile der Ufer sollten abgebaggert, Bäume gefällt und weite Abschnitte des Flusses vertieft werden.

Nach den massiven Protesten der Öffentlichkeit und der Umweltschutzverbände hat sich schließlich im Juli 2008 das Berliner Abgeordnetenhaus dafür ausgesprochen, das Verkehrsprojekt VDE 17 qualifiziert zu beenden und durch eine reduzierte Ausbauvariante naturverträglich zu gestalten. Laut Beschluss soll eine weitere Verbreiterung und Vertiefung der Berliner Wasserstraßen generell vermieden werden. Das laufende Planfeststellungsverfahren für den Ausbau der Spree in Charlottenburg und Spandau wurde im April 2008 eingestellt.

Der damalige Bundesverkehrsminister Wolgang Tiefensee kündigte an, die Ausbauplanungen für die Spree zu reduzieren und eine stadt- und naturschutzverträgliche Lösung zu realisieren. Dadurch könnten die Eingriffe in den Natur- und Wasserhaushalt deutlich reduziert und viele Bäume am Ufer gerettet werden.
Strittig ist allerdings immer noch die Vertiefung auf 2,80 Meter Abladetiefe. Der BUND fordert zudem, dass auch für den Ausbau der Havel in Berlin und Brandenburg eine naturverträgliche Lösung gefunden wird.

Weitere Infos:
VDE 17 - was ist geplant?









Verzicht auf Abbagerrung der Fluss- und Kanalufer von Havel und Spree

Das Bundesverkehrsministerium hat am 22.09.2009 verlauten lassen, dass auf eine Abbaggerung der Kanal- und Flussufer an Havel und Spree verzichtet werden soll.

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