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Steckbrief: Biber

Einst waren Biber durch die intensive Verfolgung der Menschen weltweit am Rand der Ausrottung. Erst durch Schutzmaßnahmen konnten sich die Bestände langsam wieder erholen. Heute sind Biber in Deutschland seit einiger zeit erfreulicherweise wieder auf dem Vormarsch.

Die sympathischen Säugetiere leben „semiaquatisch“, also an Uferzonen, Inseln und in Flachwasserzonen von Gewässern. Hier bauen sie ihre Burgen zur Aufzucht der Jungen und Dämme zur Erhöhung des Wasserstands. Dadurch hatte der Biber in der Vergangenheit teilweise erheblichen Einfluss auf die von ihm bewohnte Landschaft. Der Europäische Biber (Castor fiber L.) war ursprünglich in ganz Europa und in Teilen Asiens verbreitet, heute ist er auf kleine Randgebiete zurückgedrängt worden.

Die Nagetiere werden bis zu 1,40 m lang und 35 kg schwer. Ihr braunes Fell ist extrem dicht und schützt vor Nässe und Auskühlung. Früher wurden Biber aufgrund dieses Fells und auch seines Fleisch wegen gerne gejagt. Dadurch und durch die Vernichtung ihrer Lebensräume standen europäische Biber noch vor wenigen Jahren ganz kurz vor der Ausrottung. Heute gehören die seltenen Tiere nach deutschem Naturschutzrecht und der europäischen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) zu den streng geschützten Arten.

„Weltmeister“ im Nagen

Biber sind reine Vegetarier - sie ernähren sich von krautigen Pflanzenteilen und der Rinde von Weichhölzern, bevorzugt von Espe und Weide, manchmal auch von Harthölzern. Das Vorkommen von Weichhölzern im Abstand von max. 20 Metern von Gewässern ist daher für sie lebenswichtig.

Für den Bau ihrer Burgen bevorzugen Biber ungestörte Ufergebiete – ansonsten sind sie wenig scheu und gut an die Nähe der Menschen angepasst. Die Biberburgen werden aus Ästen und Zweigen gebaut und dienen als Schutz und zur Aufzucht der Jungen. Der Eingang liegt stets unter Wasser, um vor Feinden Schutz zu bieten. Fällt er trocken, wird die Burg verlassen. Um einen gleich bleibenden Wasserstand zu garantieren, bauen die Tiere deshalb Dämme um ihre Burg herum, mit denen sie Bäche aufstauen und künstliche Teiche anlegen.

Friedliche Familientiere

Die vorwiegend nachtaktiven Tiere paaren sich im Frühjahr (etwa von Januar und April) und bringen dann von April bis August durchschnittlich drei bis sechs sehende, fellbedeckte Junge zur Welt. Nach einem Monat können die Jungen schwimmen und ihre Nahrung selber suchen. Bei den Eltern bleiben sie aber gewöhnlich, bis im nächsten Frühjahr der neue Nachwuchs zur Welt kommt. Dann besiedeln sie neue Reviere und unternehmen dabei weite Wanderungen. Nach drei Jahren werden sie geschlechtsreif und bringen neue Jungen zur Welt. Nach und nach erobern sich die Biber so ihre angestammten Lebensräume zurück.

Wenn sie sich bei uns jedoch dauerhaft heimisch fühlen sollen, müssen wir ihnen „Burgfrieden“ gewähren und ihre Lebensräume konsequent verteidigen. Der Erhalt naturnaher Flusslandschaften spielt dabei eine zentrale Rolle für das Überleben des Bibers.

 

siehe auch: Biberschutz in Berlin









Binnenschifffahrt auf lebendigen Flüssen

Der BUND lehnt einen weiteren Ausbau unserer Flüsse ab und fordert Renaturierungs- programme, um die in der Vergangenheit verursachten ökologischen Schäden zu korrigieren.

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