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Schifffahrt und Ausbau - Schiffe als umweltfreundliche Verkehrsträger ?

Wasserstrassen in Deutschland - Zum Vergrößern anklicken


In Deutschland wurden zwölf große Flüsse für die Binnenschifffahrt ausgebaut: Rhein, Donau, Elbe, Oder, Weser, Mosel, Saar, Neckar, Main, Ems, Havel und Spree.

Fast alle Flüsse sind gestaut, begradigt und verbaut, nur wenige Flussabschnitte weisen noch eine naturnahe Abflussdynamik auf.
Trotz der ökologisch dramatischen Folgen wird der weitere Ausbau von Havel und Spree (VDE-Projekt 17), Saale, Oder, Main, Weser und Donau für Binnenschiffe mit immer größeren Abmessungen und Tiefgang vorangetrieben. So stehen der Ausbau der Elbe und der Bau von Staustufen im letzten ungestauten Teilstück der bayerischen Donau zwischen Straubing und Vilshofen trotz Ablehnung durch den deutschen Bundestag weiterhin auf der politischen Agenda.



Schiffe mit größerem Tiefgang fahren auf Kosten der Natur

Trotz milliardenschwerer Investitionen wurde das verkehrspolitische Ziel – die Verlagerung großer Teile des Güterverkehrs von der Straße auf das Wasser – bis heute nicht erreicht. Obgleich das Wachstums des Güterverkehrs explodiert, stagniert die Verkehrsleistung der Binnenschifffahrt in den letzten Jahrzehnten. Lediglich auf dem Rhein floriert sie. Rund 80 Prozent der in Deutschland erbrachten Binnenschiffstransporte finden auf Deutschlands größtem Fluss statt. Der Grund: Im wichtigsten Verkehrskorridor Europas reihen sich historisch gewachsene Industrie- und Ballungszentren aneinander. Dazu kommt die direkte Anbindung an die großen Seehäfen Rotterdam und Antwerpen. Verantwortlich für die negative Entwicklung außerhalb der Rheinachse ist nicht der unzureichende Ausbauzustand der Wasserstraßen, sondern die geringe Nachfrage. Im Vergleich zu Bahn und LKW hat die Binnenschiffahrt:

- eine geringere Raumerschließung,

- häufig zusätzliche Umschlagkosten durch den meist notwendigen Transport
  vom oder zum Hafen mit dem LKW und

- Betriebsunterbrechungen durch Hoch- und Niedrigwasser sowie Eis.


Durch den Strukturwandel der Wirtschaft ändert sich die Zusammensetzung der Transporte. Bislang wurden vor allem Massengüter wie Baustoffe, Erze, Schrott, Düngemittel, Mineralöl und Kohle mit Schiffen transportiert. Deren Aufkommen sinkt jedoch von Jahr zu Jahr. Stattdessen geht der Trend immer mehr in Richtung leichtgewichtige und höherwertige Güter, die immer häufiger in Containern transportiert werden.

Diese müssen möglichst schnell und zu festgelegten Zeiten („Just in time“) beim Empfänger ankommen. Darauf hat sich die Binnenschifffahrt bislang nicht ausreichend eingestellt. Für einen wirtschaftlichen Containertransport bedarf es moderner Schiffe und Umschlagseinrichtungen, einer ausgefeilten Logistik in Zusammenarbeit mit Bahn und LKW sowie gezielter Angebotsstrategien für ausgewählte Relationen – nicht aber eines immer größeren Tiefgangs der Schiffe.
In Zeiten knapper werdender Haushaltsmittel wäre es deshalb sinnvoll, statt immer weiter in den naturzerstörenden Ausbau von Flüssen zu investieren, die Binnenschifffahrt gezielt zu modernisieren und durch finanzielle Anreize für Innovationen zu fördern. So könnte sie auf den bereits ausgebauten Kanälen und Flüssen wirtschaftlich arbeiten. Diese naturschonende Strategie würde auch mehr Transporte auf das Wasser bringen.








Binnenschifffahrt auf lebendigen Flüssen

Der BUND lehnt einen weiteren Ausbau unserer Flüsse ab und fordert Renaturierungs- programme, um die in der Vergangenheit verursachten ökologischen Schäden zu korrigieren.

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