Das transeuropäische Binnenwasserstraßennetz besteht vorrangig aus den vorhandenen Flüssen und Kanälen, sowie deren Verbindungen untereinander und beschränkt sich somit im Wesentlichen auf die bestehenden Strömungsgebiete. Mit flussbaulichen Maßnahmen zu Gunsten der Schifffahrt (d.h. Verbreiterung und Vertiefung des Flussbettes, sowie Neubau und Vergrößerung von Schleusen) soll eine Interoperabilität gewährleistet werden. Angestrebt werden Ausbauten entsprechend der Wasserstraßenklasse V, mindestens jedoch Klasse IV. Allein die Projekte dieses Teilbereichs umfassen ein Finanzvolumen von 14 Milliarden Euro bis zum Jahr 2010.
Finanzierung
Im Rahmen der Transeuropäischen Netze sind Investitionen von 600 Milliarden Euro vorgesehen, davon allein 225 Milliarden Euro für die prioritären Vorhaben. Die Deckung dieser entstehenden Kosten muss jedoch größtenteils durch nationale Mittel erfolgen, da sich die EU nur in geringem Maße an der Finanzierung beteiligt. Denn obwohl diese Projekte durch die EU mitfinanziert werden können, beträgt dieser Anteil maximal 50% für vorbereitende Studien und 10% für die tatsächlichen Baukosten. Stattdessen setzt die EU auf alternative Finanzierungsmethoden, wie z.B. öffentlich-private Partnerschaften („public-private partnerships“).
TEN in Deutschland
In Deutschland stehen im Rahmen der transeuropäischen Verkehrsnetze u.a. Autobahnerweiterungen, besonders in den neuen Bundesländern, und der Ausbau des Hochgeschwindigkeitsnetzes der Bahn zur Diskussion. Die Kosten zur Realisierung dieser Vorhaben belaufen sich insgesamt auf über 80 Milliarden Euro! Von den Prioritären Projekten der TEN befinden sich 3 zumindest teilweise in Deutschland. Dabei handelt es sich um die ICE-Verbindung Berlin-Nürnberg-München-Verona, die Hochgeschwindigkeitsverbindung Paris-Brüssel-Köln-Amsterdam- London und die sog. Betuwe-Bahnlinie.
Kritik
Viele in den TEN-Leitlinien verankerten Bestrebungen zeigen sich in der Umsetzung bereits vernachlässigt oder gar widerlegt. So verhindert z.B. der Ausbau parallel verlaufender Straßen, Schienennetze und Wasserstraßen eine optimale Nutzung aller Kapazitäten unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Vorteile. Dies bedingt unnötige Kosten und Umweltschädigungen. Vor allem werden die in den Leitlinien ausdrücklich verlangten Umweltverträglichkeitsprüfungen nur äußerst ungenügend und fahrlässig eingesetzt. Sinnvolle Nutzen - Kosten - Analysen bleiben aus, mit der Folge, dass z.B. enorme Summen in den Ausbau der TEN gesteckt werden, während sich die öffentlichen Verkehrsmittel aus Ressourcenmangel auf Ballungsräume konzentrieren müssen. Auch die wirtschaftliche und soziale Homogenisierung als ein Ziel der TEN hat sich bisher in der Praxis als nicht realisierbar erwiesen.